GMU    Der Verein
- Heimatverein Goldene Mark -

Zur Geschichte und Organisation des Heimatvereins

Am 5. Januar 1950, fünf Jahre nach Beendigung des Zweiten. Weltkrieges wurde der "Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld)" gegründet. Er konnte die Heimatarbeit wieder aufnehmen, die schon im 19. Jahrhundert durch Johann Wolf geprägt war, die der "Katholische Lehrerverein der Diözese Hildesheim, Zweigverein Untereichsfeld" weiterführte und die der "Heimatkundliche Verein Untereichsfeld" seit dem 17. Februar 1906 fortsetzte.

Im Dezember 1906 entstand fast parallel zum "Heimatkundlichen Verein Untereichsfeld" der "Verein für Eichsfeldische Heimatkunde" in Leinefelde. Beide Vereine bestanden nebeneinander bis 1916. In dieser Zeit erfolgte sinnvollerweise der Beschluss der Zusammenführung. Die Ziele beider Vereine waren bis dahin fast identisch, deren Untersuchungsräume überschnitten sich in den Regionen "Goldene Mark mit Duderstadt" sowie "Rhume mit Gieboldehausen". Außerdem bestanden im Untereichsfeld Ortsgruppen des "Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde" in Brehme (1) und Bernshausen.

Nach dem Zusammenschluss bildete der "Heimatkundliche Verein Untereichsfeld" eine Untergruppe des Gesamtvereins, der dann den Namen "Verein für Eichsfeldische Heimatkunde" trug. Für diesen kam das Ende 1945. Die Untergruppe Untereichsfeld stellte schon 1935 die Arbeit ein.

Die Folgen des Zweiten. Weltkrieges trafen das Eichsfeld hart. An eine gemeinsame Wiederaufnahme der heimatkundlichen Arbeit, wie sie vor dem Krieg praktiziert wurde, war nicht zu denken. Die Grenze zwischen Ost und West trennte, auf Dauer und immer stärker die Menschen beiderseits der Demarkationslinie. Heimatforschung und Heimatpflege fanden mehr oder weniger auf privater Ebene statt, bis 1949 Bestrebungen bekannt wurden, die die Gründung des "Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld) zum Ziel hatten. Die Mitglieder stellen und stellten sich der Aufgabe, "in umfassender Weise die Heimatgeschichte, den geologischen Aufbau, das Werden und den Wandel der Landschaft und der Menschen, die Mundart und das Volkstum zu erforschen, wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Urgeschichte, Geschichte, Erdgeschichte, Erdkunde, Naturkunde, Mundart und dem Volkstum der Goldenen Mark befassen, durch Beschaffen von Unterlagen zu unterstützen und das heimatgebundene Schrifttum zu beeinflussen und durch nachhaltige Werbung zu fördern." (2)

Am 5. Januar 1950 fand die Gründungsversammlung statt, in der Hauptlehrer Bernhard Otto zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten der Landrat des Kreises Duderstadt, Karl Diedrich, der Oberkreisdirektor Dr. Matthias Gleitze, Richard Ohlmer, Karl Mecke und Theodor Keseling. Die erste Satzung konnte am 10. Februar 1954 während der Jahreshauptversammlung verabschiedet und dem Amtsgericht Duderstadt zur Eintragung ins Vereinsregister übergeben werden. Neben dem ersten Vorsitzenden, Bernhard Otto, bekleidete Dr. Franz Boegehold das Amt des zweiten Vorsitzenden.

Die Initiatoren des neuen Heimatvereins beabsichtigten, die Arbeit des Vorgängervereins fortzusetzen und das bei der Namensgebung zu berücksichtigen. Da aber Teile des Untereichsfeldes östlich der Demarkationslinie lagen, wählten sie mit dem Landschaftsnamen "Goldene Mark" eine Bezeichnung für ihr Untersuchungsgebiet. Der Zusatz "Untereichsfeld" symbolisiert die Verbundenheit mit dem Obereichsfeld und bewahrt den geographischen Namen "Eichsfeld" als Heimatnamen.

Die Mitglieder des "Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld)" nahmen ihre Arbeit auf. Sie warben Mitglieder und kompetente Mitarbeiter an. Sie machten den Verein in den Dörfern des Untereichsfeldes bekannt und planten die Herausgabe der Monatszeitschrift "Goldene Mark", die schließlich von 1950 bis 1991 in 42 Jahrgängen, 123 Ausgaben und über 160 Heften herausgegeben wurde.

Einen Teil seiner Aufgaben sah der Heimatverein auch in der Fremdenverkehrswerbung, die allerdings nicht in die Satzung aufgenommen wurde. Wettbewerbe, die der Landkreis Duderstadt auf Initiative des Vereins ausschrieb, waren "Das schöne Dorf" und "Die gepflegte Gastronomie". Zu einem tragenden Bereich der Vereinsarbeit ist die Fremdenverkehrswerbung nicht geworden.

Heimatpflege und Heimatforschung sind und waren die vorrangigen Aufgabenbereiche. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte entwickelten sich eine Vielzahl von Aktivitäten. Aufbau und Pflege der vereinseigenen Bücherei, Wiedereinrichtung des Heimatmuseums nach dem Zweiten. Weltkrieg, Pflege der Verbindung zwischen Verein und Stadtarchiv, das die Nachlässe verschiedener Heimatforscher verwaltet, Gestaltung von Heimattagen und Heimatabenden, Mitwirkung bei der Verleihung von Auszeichnungen an besonders verdiente Personen der Heimatarbeit, thematische Stadtführungen, regionale und überregionale Exkursionen, Vortragsabende und das Zusammenwirken mit anderen Heimatvereinen sind nur einige Veranstaltungen aus der erfolgreichen Vereinsarbeit. So konnte in Verbindung mit dem Heimatverein "Dr. Hermann Iseke" Holungen 1956 und 1990 das Kreuz auf dem Sonnenstein erneuert werden.

Mit der Grenzöffnung 1989 und der 1990 folgenden Wiedervereinigung eröffneten sich alte und neue Kontakte zu den Heimatfreunden im Eichsfeldteil des ehemaligen Bezirks Erfurt, die schließlich dazu führten, dass die Zeitschriften "Die Goldene Mark" des Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld) e. V. und die "Eichsfelder Heimathefte" aus Worbis zugunsten des Eichsfeld-Jahrbuchs eingestellt wurden. Seit 1993 wird das Eichsfeld-Jahrbuch vom Verein für Eichsfeldische Heimatkunde in Heilbad Heiligenstadt und vom Heimatverein "Goldene Mark" (Untereichsfeld) e. V. in Duderstadt gemeinsam herausgegeben; inzwischen liegen 19 Jahrgänge vor. (3)

Auch in Zukunft wird der Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld) e. V. die Gebietsinteressen der Heimatarbeit im Untereichsfeld vertreten und im wiedervereinten Gesamteichsfeld einbringen.

Die Vielzahl der Veranstaltungen, die Herausgabe der Publikationen und die Pflege der Kontakte zu den verschiedensten Institutionen und Personen erfordern und erforderten eine sachgerechte und zielgerichtete Vorstands- und Vereinsarbeit. Mit den ersten Vorsitzenden, Bernhard Otto, 31 Jahre im Amt, und Helmut Bömeke, ebenfalls 31 Jahre im Amt, haben Persönlichkeiten den Heimatverein geführt, die sich durch ihre nicht immer leichte und mit großem Engagement geleistete ehrenamtliche Arbeit für unsere Eichsfelder Heimat verdient gemacht haben.

Wegen seiner besonderen Verdienste um den Heimatverein "Goldene Mark" wurde Helmut Bömeke von der Jahreshauptversammlung 2012 zum Ehrenmitglied des Heimatvereins gewählt.

Seit dem 23. April 2012 lenkt Minister a. D., Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld, Gerold Wucherpfennig, den Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld) e. V.
Herbert Pfeiffer

Anmerkungen:
1) Brehme gehört geographisch zum Untereichsfeld, das die Einzugsgebiete der Flüsse Hahle und Eller umfasst.
2) Auszug aus der Satzung, mitgeteilt von Helmut Bömeke, Über die "Goldene Mark", in: Niedersachsen. Zeitschrift für Heimat und Kultur, 84. Jg., Heft 5/1984, S. 224 f.
3) Vgl. Pischke, Gudrun: 50 Jahre Heimatverein Goldene Mark (Untereichsfeld) e. V. In: Die Goldene Mark, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2000, S. 7 ff.